Freunde des Bayerischen Armeemuseums e.V.
Freunde des Bayerischen Armeemuseums e.V.

Gemälde

Der Verein der Freunde des bayerischen Armeemuseums hat seit der Gründung viele Wünsche des Armeemuseums zur Ergänzung der bedeutenden Gemäldesammlung erfüllen können. Alle unsere Erwerbungen sollen nach der angelaufenen Digitalisierung an dieser Stelle gezeigt werden. Zunächst stellen wir die Erwerbungen von 2015 und 2016 vor.

Im Jahr 2016

Fort IX in Oberstimm

Im Jahr 2016 haben der Festungsverein Ingolstadt und der Verein der Freunde dieses Bild gemeinsam erworben.

Herr Dr. Aichner schrieb dazu: „Es handelt sich im um ein Ölbild, das ein französischer Kriegsgefangener im Jahr 1918 in Ingolstadt gemalt hat. Würde man nur den Innenbereich des Forts sehen, dann wäre eine genauere Ortsbestimmung sehr schwierig, vielleicht sogar unmöglich gewesen. Aber der begabte Maler lässt uns auch einen Blick in die Umgebung werfen und da sehen wir die Kamine, die nur zur Pulverfabrik Ebenhausen gehören konnten!

Damit war klar, dass hier eine Szene im Fort IX bei Oberstimm festgehalten wurde. Dieses hat im 1. Weltkrieg zeitweilig einen besonderen „Gast“ beherbergt, den damaligen Hauptmann Charles de Gaulle! Seine geplante Flucht wäre ihm aus Fort IX nicht gelungen, da dieses zusätzlich durch einen breiten Wassergraben gesichert war. Daher hat der spätere Staatspräsident von Frankreich eine Krankheit vorgetäuscht, weshalb er in eine schlecht bewachte Sanitätsbaracke im Altstadtbereich von Ingolstadt verlegt wurde. Dort war der Ausbruch ein Kinderspiel. Auf dem Weg zur schweizer Grenze schaffte es der Flüchtende  bis in die Gegend von Mindelheim, bevor er aufgegriffen wurde, um den Rest des Krieges  in zwei als besonders sicher geltenden fränkischen Festungen zu verbringen.“

Im Jahr 2015

Das 1917 von Hermann Eissfeld gemalte Bild des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern in der Uniform des  1. Schweren Reiter Regiments und das Bild

„Pioniere im Einsatz“ von Ernst Maria Lang ( 1916 -  2004 ) ,der als Ingolstädter Pionier im 2.Weltkrieg als Hauptmann gedient hat.

Generalfeldmarschall Prinz Leopold 1917

 

Auf dem Bild trägt Leopold, der Inhaber des 1.  Kgl. Bayerischen Schwere Reiter Regiments die Bluse  mit sog. „Stehumfallkragen“ mit der neuen, gelben Abzeichenfarbe.

 

Das 1. und 2. Kgl. Bayerische Schwere Reiter-Regiment hatten  am 31. März 1916 die neue Abzeichenfarbe erhalten.  Die bisher roten Besätze  und Vorstöße der Uniformen und Mützen wurden  zitronengelb. Das Regt. 1 behielt weiterhin silberne Knöpfe, Regt. 2  goldene. Zusätzlich wurde am Kragen ab 1916  bei allen Truppenteilen der Kgl. Bayerischen Armee die silbern-blau gewebte bayerische Abzeichenborte in Rautenmuster angebracht. Die Borte hieß mit Spitznamen „Aschingerborte“, nach dem „Designer“ der Borte.  Für Mannschaften und Unteroffiziere war diese Borte aus  weiß-blauen Seidenfäden gewebt. Bei der neuen Uniform gab es einen Waffenrock  und eine Bluse.  Die Epauletten waren abgeschafft worden, es gab nur noch Achselstücke. Im Heft 1 des Kaskett ( siehe Publikationen )  wird die 1916 eigeführte feldgraue Uniform M 16  am Beispiel unseres Erwerbs von 3 uniformkundlichen Raritäten mit Fotos beschrieben.                 

 Zum Soldaten Prinz Leopold

Prinz Leopold von Bayern ( 1846-1930 ) –Bruder des letzten bayerischen Königs Ludwig III. und Schwiegersohn des österreichischen Kaisers Franz Joseph I. ,

seit 1905 bayerischer Generalfeldmarschall - wurde 1913 nach 50 Dienstjahren aus dem bayerischen Militärdienst verabschiedet. 1915 auf eigenes Drängen reaktiviert als Oberbefehlshaber der 9. Armee, wurde er 1916 im Alter von 70 Jahren vom Kaiser zum preußischen Generalfeldmarschall ernannt und Oberbefehlshaber der Ostfront als Nachfolger Hindenburgs.

 

Sein Militärdienst begann 1861, als er im Alter von 16 Jahren als Kadett in das 6. JägerBtl. eingetreten ist. Bereits im Alter von 25 Jahren hatte er an zwei Kriegen teilgenommen.  1866 als Oberleutnant in der bayerischen Armee gegen Preußen und 1870/71 als Hauptmann und Batterie-Chef  im reitenden  Artillerie-Regiment „Königin Mutter“. Für seine hervorragenden Leistungen in den Kämpfen bei Sedan erhielt er das Eiserne Kreuz 2.Klasse und im Armeebefehl vom 1. November1870 das Ritterkreuz 1.Klasse des Militär-Verdienst-Ordens. In dem Gefecht bei Villepion am 1. Dezember 1870 hielt Prinz Leopold auch noch mit seiner Batterie im heftigsten Infanteriefeuer aus, wobei er zwar verwundet wurde, aber durch sein Ausharren auch die übrigen Abteilungen wieder zum Stehen brachte und dadurch den Vollzug des notwendig gewordenen Rückzuges in Ruhe und Ordnung ermöglichte. Dafür wurde er mit dem Militär–Max-Joseph Orden ausgezeichnet.  Am 18. Feb. 1873 wurde er zum Oberst ernannt und übernahm das Kommando des 1. Kürassier Regiments ( Schwere Reiter) in München, dessen Inhaber er später geworden ist.

Die folgenden Zitate aus seinen „ Lebenserinnerungen machen das soldatische Denken und Fühlen des Prinzen lebendig. Die „Lebenserinnerungen“ sind von seinem Neffen Prinz Eugen von Bayern als Buch im Pustet Verlag herausgegeben worden. ( ISBN 3-7917-0872-4 )

Zitat:

„Seit 1873 hatten wir dem Versailler Vertrag entsprechend die preußischen Dienstvorschriften angenommen. Die von unseren bisherigen Einrichtungen in vieler Beziehung sehr verschiedenen preußischen Vorschriften brachten uns eine recht schwierige Übergangszeit.

Das preußische Exerzierreglement, sowie die preußische Reitinstruktion waren völlig veraltet. Das letztere war entschieden ein Rückschritt, denn das preußische Kavalleriereglement war ebenso antiquiert wie das preußische Infanteriereglement. Aber den abgeschlossenen Verträgen gemäß waren wir verpflichtet, dasselbe anzunehmen. Trotzdem wurde dem Befehl des Königs gemäß das veraltete, preußische Reglement von unseren Truppen mit aller Selbstverleugnung durchgeführt. Bis sich dasselbe eingelebt hatte, gab es für Offiziere und Mannschaften viel Arbeit auf dem Marsfeld, das damals dem Regiment als Exerzierplatz angewiesen war.

 

Viel Sorge machte uns das Material der Dienstpferde, das fast nur aus großen, schweren, bayerischen Landpferden bestand. Meist waren diese Tiere langrückig mit schweren dicken Schädeln, hatten wenig Blut und waren meist unfähig zu längerer Galoppleistung über Feld mit den zu tragenden Kürassiergewichten. Dazu kam die neue Ausbildungsmethode, die erhöhte Anforderungen an das Pferdematerial stellte.

Die Kaserne war nicht neu und entbehrte alle die Einrichtungen, die man jetzt im Interesse des Wohlbefindens der Unteroffiziere und Mannschaften stellt. Immerhin war genügend Platz vorhanden.

 

Nicht erfreulich waren die Gesundheitsverhältnisse. Die Hygiene stak im Verhältnis zu heute noch in den Kinderschuhen, der Typhus war in der Kaserne endemisch und wuchs von Zeit zu Zeit fast zu einer Epidemie heran. Ich erinnere mich an Zeiten, wo, wenn ich die Kasernenstuben revidierte, ich in vielen Stuben den einen oder anderen Kürassier im Bette fand, der dann fast immer den nächsten Tag als typhuskrank ins Lazarett gebracht  werden musste. Kanalisierung und Wasserleitung, diese großen Errungenschaften Pettenkofers, brachten dann Besserung.

Die Stallungen waren schön und geräumig, nur gab es eine Unmasse von Ratten. Wenn man nachts durch die Stallgassen ging, die nur mit spärlichen Öllampen beleuchtet werden, liefen sie einem wie die Kaninchen vor den Füßen herum.“

 

Charakteristisch ist der Wunsch des Prinzen auf Reaktivierung nach dem Beginn des 1. Weltkrieges. Zitat:

„Seit etwas über einem Jahr war ich aus meiner aktiven Stellung zurückgetreten, fühlte mich noch kräftig und in jeder Beziehung noch felddienstfähig Ich meldete mich bei meinem Bruder, dem König, zu jeder beliebigen Verwendung. Aber es war eben für mich kein Platz in der bayerischen Armee. Mit Genehmigung meines Königs wendete ich mich an den Deutschen Kaiser, aber auch da konnte ich keine Verwendung finden und wurde auf später sich ergebende Gelegenheit vertröstet., Da bemächtigte sich meiner eine tiefe Niedergeschlagenheit. Ich schämte mich, mich sehen zu lassen. Am liebsten hätte ich mich in einen stillen Winkel verkrochen, wo ich nichts von der Außenwelt sehen und hören konnte, denn mein ganzer Lebenszweck sein mir verfehlt. Ich meinte stets, alle Welt würde mit Erstaunen, wenn nicht mit Verachtung auf mich blicken, da ich untätig zu Hause saß, während wehrfähige Männer in den Kampf für das Vaterland zogen.

Mitte April 1915, als ich eben von einem Spaziergang zurückkehrte, brachte mir Baron Perfall ein Telegramm Seiner Majestät, des Deutschen Kaisers, in welchem mich Allerhöchstderselbe zum Oberbefehlshaber der 9., Armee ernannte. Ich war auf das freudigste überrascht, lebte wieder völlig auf und fühlte mich wieder frisch und gesund. Nirgends, nicht einmal im Kriegsministerium, konnte ich erfahren, welche Truppen der 9. Armee unterstanden und wo sie sich zur Zeit befanden. Ich wußte nur, daß ich mich nach Lodz in Polen zu begeben hatte. Meine Mobil-machungs Ausrüstung lag längst bereit und so konnte ich bereits nach wenigen Tagen an meinem neuen Bestimmungsort eintreffen“. Zitat Ende.

 

Als Befehlshaber der 9. Armee hat Prinz Leopold Anteil an der deutschen und österreichischen Ostoffensive vom Juli und August 1915, die zur Einnahme von Polen, Litauen, Kurland und Galizien führt, genommen. Am 5. August wird Warschau erobert, Prinz Leopold als der „Eroberer von Warschau“ gefeiert. Seit September 1915 lässt die russische Gegenoffensive den Krieg im Osten zum Stellungskrieg erstarren. Prinz Leopold berichtet über die Jahre seines Kommandos im Osten bis zu den Verhandlungen und dem Abschluß des Friedens in Brest-Litowsk, detailliert  in seinem Kriegstagebuch aus dem in „ Lebenserinnerungen“ interessant zitiert wird.

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